Der passende Pfeil ist entscheidend

 
Der Schütze samt Bogen trifft erst mit dem richtigen Pfeil. Für Sicherheit und Genauigkeit gibt es viele Faktoren zu beachten.
Für Sie fertige ich gern passende Holzpfeile und Sonderfälle an!
 
 Sollte etwas nicht für Sie dabei sein, werde ich mich mit etwas mehr Zeit bemühen, eine Lösung zu finden um Ihnen Arbeit zu ersparen.
 
 
Wissenswertes und Erklärungen zusammengefasst im Folgetext:


Hier die Zusammenfassung:

 
1.Pfeilgewicht

Zuerst sollte ein Mindestpfeilgewicht eingehalten werden.  Dies wird für Sie vor allem interessant, wenn Sie später noch mehr experimentieren und die Einsatzgebiete bewusster angehen möchten. Grundsätzlich sollte aber das Pfeil-Gewicht nicht unterschritten werden. Ihr Bogen nähme dann Schaden, da nicht genug Kraft beim Abschuss durch den Pfeil absorbiert werden kann. Vermeiden Sie es also, Pfeile zu schießen, über deren Eigenschaften Sie sich noch nicht im Klaren sind.

Der gpp-Wert (Grains per pound) ist eine übliche Einheit, um den fertigen Pfeil in Bezug auf einen bestimmten Bogen einzuordnen.

Die Formel ist : gpp=Pfeilgewicht total in Grain/Gewünschte Zugstärke Bogen#.
Ein Grain=0,06479891 Gramm.

Am Beispiel: Bei einem 35 lbs Zuggewicht-Bogen und 350 Grain Pfeilgewicht total ergeben sich:
10 gpp. So ein Pfeil ist für den Bogen nicht schädlich und könnte sogar mit einem leichteren Pfeil ausgetauscht werden, denn und aber:
 

  • 9-10 gpp :  Stichpunkt Komfort, fehlerverzeihender, stabiler, Pfeile sollten aber nicht schwerer sein als dieser Wert, für kurze Entfernungen von Vorteil (z.B. 18 m)
  • 8-9 gpp :  ergeben noch leichtere und schnellere Pfeile; stabiles Schießen noch möglich, Ablassfehler wirken sich etwas mehr aus, mittlere und längere Distanzen besser zu meistern
  • 6-7 gpp : Übergang von möglich bis Anfang wacklig, passende Gesamtausrüstung als auch gute Schusstechnik ist Grundvoraussetzung; für Disziplinen im Weitschießen eine Option, für traditionelle Bögen und Pfeile weniger Präzision 
  • 5 gpp :  sind selbst für Bögen aus ,,modernen´´ Materialien Minimum,
  • Unter 5 gpp :  nur für maximale Reichweite und Rekorde, hier wird die Beschädigung bewusst in Kauf genommen/riskiert;  z.B. Verwendung von Überzieh-Hilfen und sehr kurzen Pfeilen bis hin zu 1-2 gpp


 
 
2. Spine # bei Holzpfeilen

Das Zeichen # ergibt sich aus dem sogenannten Statischen Spine/die Wirbelsäule eines Pfeils. Mit bloßem Auge nicht zu sehen, biegt sich der Pfeil ab Abschuss in seiner Mitte ständig hin und her, gerät in Schwingung. Wenn ein Pfeil sich mehr krümmt als ein anderer, ist der Spine#, seine Biegefestigkeit geringer. Bei einem klassischen Langbogen z.B. muss und sollte sich der Pfeil stärker um den Bogen winden als bei einem Bogen mit Schussfenster, in dessen Fällen gern viel steifere Pfeile geschossen werden können.

Standardgemäß wird der Spine # ermittelt, indem 2 englische Pfund (2 lb) Druck in der Mitte eines Holzschafts ausüben. Der Holzschaft wird stets, unabhängig wieviel länger er ist, auf eine waagerechte Auflage platziert, dessen Abstand von Anfangs- bis Endpunkt genau 26 Zoll ('') beträgt. Die resultierende Biegung des Holzschafts wird gemessen ( z.B. 0,743'' Biegung) und anschließend als Quotient mit der Länge der Standardauflage verrechnet ( 26''/0,743''). Es ergeben sich z.B. : 35 # Statischer Spine in Pfund.

Dies bedeutet allerdings nicht regelrecht, dass ein Pfeil mit 35# Statischem Spine auch für einen 35# Bogen optimal ist. Das Zuggewicht eines Bogens wird immer mit der damit verbundenen Auszugslänge angegeben. Bei den unterschiedlichen Auszugslängen verhält sich ein Pfeil dynamisch stets anders, dazu gleich mehr.
Wie im großen Abschnitt beschrieben, werden Pfeile im Standardfall mit einer 26´´ Auflage gemessen und auf dieser Grundlage verkauft.

Der Auszug ist von Person zu Person verschieden.
Der Pfeils eines Schützen mit einem Auszug von 32'', also 6'' länger als im Standardmessverfahren, wird sich durch die Kraftübertragung über die Bogensehne viel weicher verhalten als im statischen Messverfahren. Nun muss dieser Schütze also einen härteren Pfeil nehmen, um z.B. ein Anschlagen des Schafts und zu viel Biegung und Unruhe beim Abschuss zu verhindern. Für den Schützen ist also endgültig der Dynamische Spine beim Abschuss entscheidend samt seines Schießstils. Je früher dieser Dynanimsche Spine bedacht wird, während sich Auszug und Schießstil ausprägen, desto mehr Erfolgserlebnis ist garantiert.

Beim Standardmesserverfahren wird ein 28´´ Schaft auf einer 26´´ Auflage verwendet. Alle Schäfte über 28´´ können pro Zoll Auszug 5#Spine mehr vertragen. Diese Faustformel genügt bis 32´´Auszug. Ab 32´´ befinden sich die Pfeile in Dimensionen in denen mehr ausprobiert werden muss. In erster Linie sind zu leichte Pfeile schädlich für den Bogen, ein etwas zu weicher/harter Pfeil in erster Linie nicht optimal für den Abschuss.


3.Durchmesser des Pfeils

Von selbst erklärt sich, Pfeile sollten gleichmäßig sein. Dies ist im Durchmesser am besten zu realisieren. Um einen schnellen Pfeil zu erhalten, sollten Sie den kleinstmöglichen Durchmesser wählen, den es zu Ihrem bestimmen Statischen Spine gibt. Je höhere Zuggewichte Sie schießen, desto früher müssen sie eine Stufe höher im Durchmesser wählen, da vor allem bei Holzpfeilen das ,,Natürlich-Machbare´´ schnell beim kleinsten Pfeildurchmesser erreicht ist. Nicht alle Hölzer sind für den Pfeilbau geeignet und die Rohdichten der spezifischen Hölzer zeigen mit jedem Pfund Zuggewicht die Grenzen auf, bis der Pfeil schließlich zu leicht oder auch zu weich ist. Haben Sie aber einen Holzschaft mit ausreichend hoher Dichte, kleinstmöglichem Durchmesser und richtigem Spine, können Sie sich freuen!
...Jedenfalls solange Sie die Absicht haben zu treffen!
Die Häufigsten Holzpfeil-Durchmesser in Zoll sind:

5/16 ´´
11/32´´
23/64´´, vor allem für Männer mit langen Armen und steigendem Zuggewicht.

Außerdem gibt es Durchmesser wie 3/8´´, 1/2´´, die vor allem für Fans mittelalterlicher Kriegsbögen geeignet sind. Zuggewichte zwischen 70#-180 # sind hier vertreten.

Im allgemeinen Freizeitschießen jedoch, reichen die Zuggewichte zwischen 18#-65#. Wobei Damen eher ab der ersten Hälfte Gebrauch machen, Herren ab der zweiten.

4. Spitze

Das Standardmessverfahren zur Bestimmung des Statischen Spine verlangt im Normalfall eine Pfeilspitze mit 125 Grain Gewicht. Hier gibt es die Möglichkeit, den Spine durch ein anderes Spitzengewicht zu verändern, da die Kraft zuerst in den Holzschaft gelangt und dieser die Spitze verdrängen muss. Je schwerer die Spitze ist, desto mehr biegt sich der Schaft dahinter, der Pfeil wird weicher. Gern werden bei fertigen Pfeilsets auch 100 Grain Spitzen verwendet um den Pfeil von vorn herein etwas härter zu machen. Als Faustregel gilt : -25 Grain = + 5# Dynamischer Spine. Da erfahrene Schützen mehr Routine im Vollauszug und in Technik haben, ist ihr Pfeil im Schuss in der Regel weicher und somit können sie einen härteren Pfeil vertragen, der zudem auch oft leichter ist. Ein wenig zu hart ist besser als schon zu weich, solange Sie weit genug ziehen.
Folgendes Beispiel: Ihr Auszug prägt sich mit mehr Übung aus und Ihr Pfeil erfährt mehr Biegung. Da Sie vielleicht gerade mit dem Schießen begonnen haben, haben ihre Pfeile noch mehrere Zoll Reservelänge bis zur Spitze. Anfänger müssen an ihrem Stand, Auszug, ihrer Technik und Haltung arbeiten. Ein größerer Auszug geht einher mit einer besseren Haltung. Wenn Ihr Pfeil jetzt schon zu weich ist, wird dieser den Bogen bald nicht mehr sauber verlassen. 

5. Federn
Eine komplette Befiederung wiegt meist nicht einmal 15 Grain, trägt aber stets, da langer Hebel zur Spitze, zu einer besseren Balance bei. Die Federn stabilisieren also nicht nur durch ihre unvermeidliche Bremsung und Ausrichtung innerhalb des Luftstroms sondern auch durch Ausrichtung als Gegengewicht.
Viel entscheidender ist jedoch die Frage, welche Vorzüge der Schütze von seinen Federn erwartet:
Schmale, kurze Federn haben den niedrigsten Luftwiderstand und verleihen maximale Geschwindigkeit. Lange große Federn hingegen bremsen zwar, aber stabilisieren schneller. Naturfedern, so wie sie gewachsen, haben einen Drall, der den Pfeil schneller in Rotation versetzt, als eine gerade Kunststoffbefiederung. Es gibt allerdings auch Befiederung mit künstlich-hergestelltem Drall. Diese, sowie solche ohne Drall, finden aber nur bei Sportbögen mit Schussfenster und flexibler Pfeilauflage Verwendung, da die meisten Sportbögen so konstruiert sind, keine irreversiblen Schäden an der künstlichen Befiederung zu verursachen. Naturfedern hingegen gehen in ihre Ursprungsform nach Abschuss zurück und sind deshalb am besten für klassische Bögen geeignet.